Fünf gute Fragen, die sich Stiftungen stellen können…

... wenn sie Förderung neu denken möchten.
In unserer Arbeit kriegen wir gerade einen umfassenden Wandel mit, der den Fördersektor ergriffen hat: Statt bloss zu fördern, setzen sich Stiftungen mit dem Impact auseinander, den sie mit ihrer Förderung haben (können). Wirksamkeit ist das Wort der Stunde: Wie kann Förderung einen nachhaltigen Beitrag zur Welt von morgen leisten, und wer hat das Privileg, festzulegen, wie diese Welt auszusehen hat?
Diese fünf Fragen können dabei helfen, die eigene Wirksamkeit zu ergründen:
1. Fördern wir Projekte oder ermöglichen wir nachhaltige Veränderung?
Viele Stiftungen finanzieren einzelne Vorhaben. Die Reports der letzten Jahre plädieren jedoch dafür, stärker systemische Veränderungen, langfristige Wirkung und lernende Förderansätze in den Mittelpunkt zu stellen. Es lohnt sich zu fragen, ob man mit seiner Förderung nur einzelne Projekte weiterbringt - oder dazu beiträgt, dass sich ein System nachhaltig verbessert.
2. Wer fehlt am Tisch, wenn wir über Förderung entscheiden?
Partizipative Philanthropie zieht sich als zentrales Thema durch den Diskurs. Betroffene, junge Menschen oder Partnerorganisationen sollen stärker in Förderentscheide eingebunden werden.
3. Machen wir Gesuchsstellenden das Leben schwer?
Es lohnt sich, wenn Stiftungen ihre Prozesse hinterfragen: Wie schafft man weniger Bürokratie und mehr Vertrauen? Wie lassen sich Abläufe effizienter gestalten und wo helfen und digitalisierte Prozesse? Unsere Erfahrung zeigt, dass diesbezüglich eigentlich immer Luft nach oben ist.
4. Sollten wir zusammenzuspannen?
Komplexe gesellschaftliche Herausforderungen lassen sich selten von einer einzelnen Stiftung lösen. Immer mehr Förderinstitutionen setzen deshalb auf Partnerschaften, gemeinsame Fördergefässe oder abgestimmte Strategien. Zusammenarbeit bedeutet dabei nicht nur, Geld zu teilen, sondern auch Wissen, Erfahrungen und Verantwortung. Stichwort: Kollaborative Philanthropie!
5. Lernen wir aus unseren Förderungen - oder zählen wir nur abgeschlossene Projekte?
Wirkung sollte nicht nur gemessen, sondern auch gemeinsam reflektiert werden. Viele Stiftungen verfügen über umfangreiche Berichte, Evaluationen und Kennzahlen. Doch oft endet der Prozess mit der Rechenschaft gegenüber Stiftungsrat oder Aufsicht. Zukunftsorientierte Förderung versteht Wirkung dagegen als gemeinsamen Lernprozess: Was hat funktioniert? Was nicht? Welche Annahmen haben sich bestätigt, welche nicht?
6. Ist unsere Förderung auf die Zukunft vorbereitet?
Digitalisierung, KI, gesellschaftlicher Wandel und neue Fördermodelle verändern die Rahmenbedingungen rasant. Zukunftsfähige Stiftungen passen nicht nur ihre Prozesse an, sondern auch ihre Strategie. Dabei können auch wir von Fundament eine Unterstützung sein - zum Beispiel mit unseren KI-Workshops.
Naomi Gregoris - 20. März 2026


