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Was KI im Förderwesen wirklich verändert

Künstliche Intelligenz ist bei den Stiftungen angekommen. Wo bringt sie echten Mehrwert – und wo nicht? Wir hätten da ein paar Gedanken.

Wir diskutieren regelmässig, ob privat oder im Kontext unserer Workshops, über die Frage, die alle umtreibt: Wie sollen wir mit KI umgehen?

Unsere bisherigen Erkenntnisse überraschen uns. Turns out: Die spannendsten Möglichkeiten liegen nicht da, wo wir sie anfangs vermutet haben.

Muss es nur um Effizienz gehen?

Wir wissen alle, dass KI eine Effizienzmaschine ist. Das gilt auch für den Förderbereich: Sie hilft Stiftungen dabei, Inhalte zusammenzufassen, Gesuche zu kategorisieren, Förderkriterien zu prüfen und Prozesse zu beschleunigen. All das ist technisch machbar und zweifellos sinnvoll. Aber: Die Herausforderungen im Förderprozess liegen nicht ausschliesslich in der Effizienz.

Viele der diskutierten KI-Features – automatische Checks, Keyword-Analysen, harte Filter – greifen zu kurz. Priorität hat nicht in erster Linie Effizienz und Geschwindigkeit (die natürlich auch, aber hear us out), sondern das Erkennen von Qualität. Gute Förderung braucht Spielraum, Diskussion, Auseinandersetzung. Die spannendsten Projekte bewegen sich im Graubereich:

Ist das noch ein Museum – oder schon ein Verein?
Ist das partizipativ genug?
Ist das innovativ – oder einfach nur unklar formuliert?

Ein System, das zu strikt prüft, würde genau das herausfiltern, was eigentlich interessant ist.

Vertrauen: Wer hat hier wie das Sagen?

Heute wird der Förderprozess oft als linear erlebt: Kriterien stehen fest, Antragsstellende füllen einen Antrag aus, der wird eingereicht und bewertet, dann fällt eine Entscheidung.

Die Realität sieht komplexer aus: Antragstellende suchen Orientierung, Stiftungen interpretieren Intentionen. Dabei bleiben viele Fragen unausgesprochen. Hier eine KI anzuwenden, kann gewisse Gefahren bergen: Sobald die KI beginnt, Entscheidungen zu treffen, Anträge auszusortieren, oder automatisierte Absagen zu formulieren, kippt die Wahrnehmung schnell. Ein Antrag ist immer ein Herzensprojekt. Die Vorstellung, dass darüber eine Maschine urteilt, wirkt befremdlich – selbst wenn die Entscheidung identisch wäre.

Der größte Mehrwert, den die KI leisten kann, ist Kontext. Es macht also Sinn, sich auf das zu konzentrieren, was sie wirklich gut kann: Vergleichen. Anträge lassen sich zur Orientierung (für Antragsstellende, aber auch für Prüfende) mit geförderten Projekten vergleichen. Statt bei einer Absage zu sagen: «Dein Projekt passt nicht», könnte man es so formulieren: «Diese drei Projekte sind deinem am ähnlichsten – und wurden gefördert».

So werden Entscheidungen nachvollziehbarer, Komitees bekommen Orientierung und Antragstellende verstehen implizite Erwartungen.

Was gibts noch, ausser Automatisierungen?

«Schlecht» angesetzte Anträge sind eine unterschätzte Ressource: Unklare, unpassende, widersprüchliche Eingaben können helfen, das Förderprofil zu schärfen und sich Schwächen im Wording oder Angebot bewusst zu werden. Sie zeigen, wie die Szene denkt, welche Begriffe unterschiedlich verstanden werden und wo Erwartungen auseinandergehen. Ein zu stark automatisiertes System würde «Weak Signals» glätten und damit Lernmöglichkeiten vereiteln.

Das Potenzial von KI liegt also nicht bloss darin, Dossiers automatisch zu strukturieren, Daten aus PDFs zu extrahieren und interne Prozesse zu vereinfachen. Sie kann auch ähnliche Projekte erkennen, Trends sichtbar machen und Kontext liefern. Das hat einen immensen strategischen Wert.

Und jetzt?

Wer Förderung neu denken will, dem kann KI einiges bieten: Dialogische Antragssysteme, KI-gestützte Projektentwicklung, kollaborative Wissensplattformen. Aber die Zukunft der KI in Stiftungen liegt nicht (nur) im automatisierten Förderentscheid, sondern in der Unterstützung von zwischenmenschlichen Prozessen: Dialog, Auseinandersetzung und Urteilskraft.

Am Ende geht es um Haltung. Sich als Stiftung zu fragen: Wollen wir einfach nur effizienter entscheiden? Oder wollen wir besser verstehen, was wir fördern und fördern wollen? In beidem kann KI ein nützliches Tool sein. Sich mit den vielen Möglichkeiten auseinanderzusetzen, ist weniger eine technische als eine kulturelle Aufgabe – und beginnt mit der Bereitschaft, genauer hinzusehen.

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